Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Sonntag, 15. Juli 2018

Olompisches Preisrätsel #5


olompisches Preisrätsel #5: a)Wo befindet sich dieser Ort? oder b)Wer schreibt ein Haiku zum Bild






In den letzten Jahren wurde das olompische Preisrätsel vernachlässigt. Jetzt lebt diese schöne Tradition wieder auf.


FRAGE:
Wo in Berlin befindet sich dieser außergewöhnliche Ort, den das schön platzierte Plakat schmückt.



















Damit auch Leute, die absolut keine Chance bei der Erkennung des Ortes haben – es wird genügend davon geben – teilnehmen können, wird ein zweiter Hauptpreis vergeben.
Gefordert ist hierfür ein Haiku, das sich auf diese Abbildung bezieht.

Den Ort bzw. die Straße und gerne auch, was dort mal seinen Sitz hatte oder/und das Haiku bitte mailen an
b.wrede (at) olompia.de

Die Hauptpreise sind wie immer eine Überraschung aus dem wredeschen Atelier.  
Die Lösung bitte nicht hier direkt einstellen (gilt auch für alle, die über Facebook mitspielen möchten), die Gewinner werden von einer Glücksfee ausgelost. Wer ein Haiku schickt, erklärt sich gleichzeitig mit der eventuellen Veröffentlichung hier im blog einverstanden, die Auswahl wird im wredeschen Atelier getroffen.
Einsendeschluss: 28.7.2018, 23.59h.
Ich freue mich auf die Zusendungen!

Donnerstag, 12. Juli 2018

Verbeugung im Noch-Atelier

Beim und nach dem Fest.
Licht am Horizont ist aufgetaucht, denn ich habe mich endgültig entschlossen, ein Angebot meiner jetzigen Vermieterin anzunehmen und in einen Raum zu ziehen, der knapp ein Drittel meines Noch-Ateliers ausmacht.
Tatsächlich bedeutet diese Entscheidung für mich eine riesige Erleichterung, ich freue mich inzwischen sehr auf diese Herausforderung, darüber, dass sich alles so ergeben hat und dass es dieses Angebot überhaupt gibt.
Der Vertrag ist unterschrieben und geht noch heute in die Post.
Ich gebe zu, dass mich die zweijährige Suche nach passenden Gewerberäumen auf dem Berliner Immobilienmarkt, bei der ich alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt habe, manchmal an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht hat. Zwischendurch wurde mein Noch-Atelier begutachtet und vermessen, manchmal schien es, als müsse ich eher heute als morgen ausziehen, dann gab es eine neue Frist, jetzt ist endgültig Schluss.
Alle möglichen Hebel-in Bewegung-setzen schließt übrigens eine 1 1/2-jährige Bewerbungszeit bei der Atelierförderung durch den Berliner Senat mit ein, ich weiß nicht mehr, wie viele Ateliers aus dem Förderprogramm ich mir angeschaut habe und um wie viele ich mich beworben habe und wie viele Kompromisse ich dabei gemacht hätte. Die Bewerbungen um ein Atelier erfordern eine Mappe mit Präsentation der künstlerischen Arbeit samt Vita, die ich für jede Bewerbung auf den aktuellen Stand brachte, die Dringlichkeit der Ateliersuche muss beschrieben und der Jahresumsatz muss neben Angaben zu den Lebensumständen genannt werden. Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler, die eine Atelierzusage erhalten, wird nach Dringlichkeit und Professionalität ausgewählt, so stand es auch in den Schreiben, die mich jeweils vom Nichterhalt eines Ateliers informierten.

Die Dringlichkeit konnte mir niemand streitig machen – meine Professionalität möchte ich von Unbeteiligten nicht in Frage gestellt wissen. Ich habe genug davon. Hätte ich schon vorher aufgehört, mich diesem für mich sinnlosen Bewerbungsverfahren auszusetzen, wäre mir viel Frust erspart geblieben – aber es ist wie es ist: die Hoffnung stirbt zuletzt – zum Glück ist alles gut gegangen...

Vor ein paar Tagen habe ich ein letztes Fest im Noch-Atelier gefeiert.
In schönerer Runde hätte die Zeit hier nicht zu Ende gehen können. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die dabei gewesen sind und auch bei denen, die gerne gekommen wären, aber diesmal leider nicht konnten.
Ich bin glücklich und stolz, so viele tolle Menschen zu kennen, die mich alle mindestens mental unterstützt haben, von vielen kamen auch sachdienliche Hinweise und praktische Hilfe.
Ich verbeuge mich vor diesem Netzwerk.

Gestern habe ich mein neues Atelier vermessen. Es hat ein wunderbares Nordlicht und Decken, bis zu denen ich hoch stapeln kann. Es ist lange nicht so groß, wie meine bisherigen Ateliers, aber es ist – wie meine bisherigen Ateliers – ein ganz besonderer Ort, dieser war mal ein Büro vom BND.
Schon bald werde ich hier wieder meinen Beruf ausüben können.

Jetzt wird weiter gepackt. Dann kommt etwas Neues.
Einpacken im Noch-Atelier und Blick in das Bald-Atelier.

Dienstag, 19. Juni 2018

Geduldsprobe

Die Sendung mit der Box erreichte mich aus Flensburg. Sie kommt von der Schriftkünstlerin Marion Molter, die die Zeilen gelesen hatte, die ich vor einiger Zeit über den Bleistift als eines meiner Lieblingsmaterialien geschrieben habe. Dabei fiel ihr eine ungebrauchte Schachtel mit Stiften ein, die sie in ihrem Fundus hatte. Zu schade, um unbenutzt zu bleiben, fand sie und fragte mich per mail, ob ich damit etwas anfangen könne und wenn ja, dann würde sie sie mir schicken.


Als ich die Blechschachtel öffne, ist da dieser unverwechselbare Geruch.
Das, was in der Schachtel liegt, ist in Papier eingeschlagen. Papier auseinander falten.
In der oberen Reihe liegt ein 10H Bleistift, mit so einem habe ich noch nie gezeichnet.
Copier- und  Stenostifte und Bleistifte anderer Härtegrade sind auch noch drinnen, insgesamt 10 Stifte.
Ich schlage das Papier wieder um die Stifte, mache den Deckel zu, lege die Schachtel zu den anderen Materialien in einen der Umzugskartons und kennzeichne den Verbleib.
10H Bleistifte sind ergiebig, zwei sind in der Schachtel, damit werde ich mindestens 30 Blätter à 76 x 56 cm aus Kapitel IV von »Nachrichten aus dem Paradies«, das »Nachtschicht« heißt, mit einer abschließenden Schicht überziehen können.
Mein Hände fangen an zu kribbeln.
Das Kapitel ist schon verpackt. Das Material ist verpackt.
Abwarten.

Samstag, 16. Juni 2018

Im Noch-Atelier

Wredesche Ölgemälde im eastwing








Beim Starkregen vor zwei Jahren regnete es rein und ein Teil vom Mauerwerk fiel ab. Zum Glück stand dort nichts darunter.
Die Ölgemälde, die nass wurden, konnte ich abwischen.

Vor dem Umzug aber müssen auch diese Werke verpackt werden und dann, dringend, noch für alles ein Zielort gefunden werden.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Im Noch-Atelier




»Nachspiel« heißt die Serie, die hier vor der Verpackung für den Umzug, für den es noch kein Ziel gibt, zu sehen ist.

In den Jahren 2003-2009 beschäftigte ich mich in meiner Arbeit immer wieder mit dem Thema Fußball.
Ganz zuerst entstand »Reigen mit Deisler« (hier ohne Abbildung). Der Fall des Sebastian Deisler, der 2003 wegen Depressionen nicht spielen konnte, war damals der Anstoß zu mehreren großen Serien.

Den Abschluss bilden die »Rasenstücke«, die 2007-2009 entstanden (zu sehen auf meiner website in der Rubrik »diverse«, Bild 18.).
Zu »Nachspiel« gehört auch die gleichnamige Linolschnittedition.

Montag, 11. Juni 2018

Im Noch-Atelier

2002 entdeckte ich an einer Supermarktkasse farbiges Esspapier. Das war während eines Stipendiums im Künstlerhaus Eckernförde.
Ich modifizierte alltägliche Bilder, die ich der lokalen Presse entnahm, ritzte sie in das farbige Papier und montierte alles auf grundierte Platten.


Nach dieser Serie benutzte ich farbiges Esspapier nur noch für einige wenige Motive, die nach Werken von Lucas Cranach entstanden. Alles was dann folgte, war und ist pur und schwarz-weiß.
Für den bevorstehenden Umzug, für den noch ein Ziel gefunden werden muss, habe ich die »daily papers« gesichtet, geordnet und neu verpackt.

Sonntag, 10. Juni 2018

Im Noch-Atelier


oben: »King«, 1992, ca 120 x 80 cm
unten: »Am Reck«, 1992, ca 60 x 60 cm



Einpacken für einen Umzug, für den noch kein Ziel gefunden ist. Dabei auch einige Frühwerke in Öl aus meiner Studienzeit.


Ich suche:
Langfristiges Atelier, einfache Ausstattung, ab ca 50 qm Raum (können auch zwei Räume sein), muss nicht tageslichthell sein aber trocken, Wasseranschluss und WC zugänglich, einigermaßen zentral, gerne aber auch abwegiges anbieten. Gerne Souterrain oder ungenutzter, separater Raum/Werkstatt in Firma, Institution oder anderer Einrichtung. Bei oberen Etagen wäre ein Lastenaufzug/Fahrstuhl gut aber nicht Bedingung. Bezahlbar.




Donnerstag, 7. Juni 2018

Montag, 4. Juni 2018

Im Noch-Atelier











Momentan bin ich dabei, meine Werke zu verpacken. Ganz zuerst waren die empfindlichen Esspapierarbeiten dran.
Diese hier abgebildeten gehören zu der Serie Nachrichten aus dem Paradies, Kapitel II
»Was nützt die Liebe in Gedanken«.
Der Zweiteiler oben (je 42, 8 x 38 cm) ist von 2011, teilweise mit Nachleuchtfarbe behandelt und wird im Dunkeln zu etwas anderem. Das Motiv darunter ist aus dem Jahr 2013.





Meine Arbeitsmaterialien sind bereits in Kartons und Kisten verstaut für einen Transport, bei dem es noch kein Ziel gibt:
Ich suche ab sofort ein Atelier, ca 50 qm, einfache Ausstattung, separater, verschließbarer Raum (auch zwei kleinere möglich), muss nicht tageslichthell sein, kann Souterrain sein, Wasseranschluss/WC zugänglich, einigermaßen zentral, trocken, gerne auch in Verbund mit Institution, Betrieb, Firma, Handwerk o.ä., bitte auch abwegiges anbieten.

Dienstag, 8. Mai 2018

Im Noch-Atelier

Obwohl ich aufräume, sortiere und auch sehr viel wegschmeiße, wird es immer voller.
Alles ist also wie immer.

Und auch das ist immer noch so:
Ich suche dringend ab sofort bzw. 1.6. oder 1.7. 18 ein neues Atelier, ca 50 qm, einfache Ausstattung, separater, verschließbarer Raum (auch zwei kleinere möglich), muss nicht tageslichthell sein, kann Souterrain sein, Wasseranschluss zugänglich, einigermaßen zentral, trocken, gerne auch in Verbund mit Institution, Betrieb, Firma, Handwerk o.ä.







Dienstag, 17. April 2018

Im Noch-Atelier





Aufräumen, sortieren.
Aufbewahren?
Vernichten?

Anfang gemacht mit Ölgemälde »What about your dreams«, dann noch ein paar andere, später floss Blut und Bier.


Gesucht: Neues Atelier!





Freitag, 13. April 2018

Im Noch-Atelier

Im Atelier wurde gefilmt.
Bald mehr dazu und die sich noch in Arbeit befindenden Beiträge in Bild und Text dann natürlich auch.
Nach dieser guten Nachricht folgt leider eine schlechte, denn ich muss mein Atelier räumen.
Dass mir die Kündigung droht, ist seit zwei Jahren immer wieder Thema.
Seit zwei Jahren bin ich auf der Suche nach einer neuen Werkstatt.
Bislang habe ich meine Suche nicht großartig thematisiert, hoffte doch, ohne Hilfe etwas zu finden. Bislang habe ich jedoch kein neues Atelier gefunden. Sicher ist, dass ich mich verkleinern muss.
Sicher ist, dass ich ca. 50 gut geschnittene Quadratmeter brauche, um meinen Beruf weiterhin ausüben zu können. Gesucht: Einfache Ausstattung, kann Souterrain sein, muss trocken sein, Wasseranschluss/Toilette zugänglich, muss nicht tageslichthell sein, aber einigermaßen zentral.
Wer etwas weiß, schicke mir gerne eine Info.

Donnerstag, 22. März 2018

Die zum Zeichnen in den Keller geht

Vor vielen Jahren habe ich in einem Seminar von F.W. Bernstein übernommen, wie ein Zeichenbogen für unterwegs zu falten ist. Als ich ihn fragte, ob das gefaltete Ding einen Namen hat, sagte er, das Ding würde immer so heißen wie der Mensch, der ihn faltet.
Seitdem bin ich also mit Wrede-Bögen unterwegs und benutze sie außerdem im Atelier zur ersten Skizzierung und dann zur Weiterentwicklung meiner Zeichnungsserien. 


Ab und an und immer in guter Gesellschaft zeichne ich in den Berliner Museen.
Eines meiner liebsten Museen ist das Bode Museum, jetzt liebe ich ich es noch mehr, denn bis auf weiteres werden dort unvergleichlich schöne Paarungen ausgestellt: Afrika im Bode Museum.
Der unten rechts im Bild liegende Bogen (60 x 42 cm) entstand im Keller des Bode Museums.

Montag, 19. März 2018

Katharina und Michael Rutschky

Foto oben links©Piotr Bialoglowisz, Foto oben rechts: ©Robert Patz, Vernissage in der Schwartzschen Villa, 2016                                  Fotos unten ©Tim Bussen, Vernissage/Eröffnungsrede Kunstverein Ingolstadt 12/2009

Montag, 19. Februar 2018

Sonntag, 28. Januar 2018

Frühlingserwachen

Der Radweg nach Kreuzberg zum Spreewaldplatz war immer noch gesperrt. Über Null, es nieselte. Grüne Welle, Wiener Straße überquert. Beim letzten Sturm hatte es einen großen Baum auf dem Platz neben dem Bad entwurzelt. War es eine Eiche gewesen? Oder doch eine Buche? Mittlerweile waren die Reste entsorgt. Vor Jahren hatte B., als ihr Sohn noch im Säuglingsalter war, ihn hier zwischen den Bäumen gewickelt, es könnte zur gleichen Jahreszeit gewesen sein, unwirtlich, grau der Platz und feucht die Erde, und ich fand B. unglaublich praktisch, als sie ihrem Kind dort die Windeln wechselte.

Fast genau an der gleichen Stelle, an der B. Ihren Sohn damals auffrischte,
lag heute ein Typ. Allerdings ohne eine vor Kälte schützende Unterlage,
wie der Sohn von B. damals. Der heute lag direkt auf der Erde.
Zuerst fuhr ich mit dem Rad an ihm vorbei, hatte keine Zeit, neue Kinderkurse begannen, musste noch einiges vorbereiten. Dann drehte ich doch um, kurvte zurück zu dem Typen und kuckte, was mit ihm war. Pennte der? Krank? Gefallen? Herzattacke? Suff, Rausch, sonstewas?
Ich beugte mich zu ihm hinunter. Er hatte die Augen geschlossen, ziemlich jung noch, nicht groß, mopsig, nicht schmuddelig, vielleicht etwas verpekt, lag ja schließlich im Dreck.
»Hallo, Sie können hier nicht auf dem kalten Boden liegen!«
Keine Reaktion. Ich wiederholte mich.
Von der Baustelle weiter vorn kam ein Arbeiter: »Der liegt schon länger hier. Haben Sie ein Telefon dabei?«
Ich schüttelte den Kopf, obwohl ich natürlich natürlich eines dabei hatte.
»Hallo, hier können Sie nicht liegen«, schrie ich.
Der Bauarbeiter ging wieder an die Arbeit.
Ich schrie einige Male HALLO, HALLO, HALLO und beugte mich noch tiefer zu ihm hinunter. Seine Augenlider zuckten. Ob er mein Geschrei gerade in seinen Traum einbaute? Die Lider zuckten immer noch. Vom Rumgeschrei war mir schon ganz schlecht.

Ob ich mal an seiner Schulter rütteln sollte? Und wenn er sich so erschreckt, dass er mir instinktiv ein paar langt? Lieber schrie ich noch eine Weile. Ich merkte, wie ich rot wurde, warm war mir auch und langsam ging mir die Puste aus.
Die Bauarbeiter hatten inzwischen aufgehört zu arbeiten und beobachten, was passieren würde. Erst einmal nichts. Wenn ich nicht bald weiterfuhr, würden die ersten Stunden meiner neuen Kurse im Chaos enden. Kein guter Start. Sollte ich einfach fahren?
Ich stupste ihn an seine Schulter. Keine Reaktion. Ich rüttelte an seiner Schulter. Keine Reaktion. Leben tat er, ohne Zweifel, seine Lider zuckten ja. Aber warum bewegte der sonst nichts? Hörte der mich? Vielleicht war er taub? Taub und gefallen, schlimme innere Verletzungen? Merkte nur von Ferne, dass man mit ihm sprach, etwas von ihm wollte?
Drei halbstarke Jungen kamen neugierig herangezockelt. Ob der besoffen sei, wollten sie wissen.
»Keine Ahnung, der kann hier doch nicht liegen bleiben«, sagte ich eher zu mir selbst und fragte dann, ob sie ein Handy dabei hätten, um einen Krankenwagen zu rufen, da hatte der eine schon eines gezückt. Einen Moment warten, bitte.
Ich schrie noch ein paar Mal sehr laut HALLO. Die drei Jungs und die Bauarbeiter kuckten.
Plötzlich sprang der Liegende wie Jack in the box nach dem Deckelöffnen in die Höhe, sagte klar und deutlich und nicht leise: »Nirgendwo kann man schlafen«, schlurfte fünf Meter weiter und legte sich dort auf die Erde.
Die Jungen kicherten. Ich fuhr – da schlief der Hallo-Mann schon wieder. Die Bauarbeiter winkten mit Schaufeln.

Sonntag, 14. Januar 2018

Im Atelier

Einblick in Kapitel VI »Nachtschicht« aus der Serie »Nachrichten aus dem Paradies«
Seit 2011 entsteht meine groß angelegte Serie »Nachrichten aus dem Paradies«, mittlerweile gibt es fünf Kapitel, die im ständigen Werden sind. Nun noch ein sechstes Kapitel, vor ein paar Tagen mit der technischen Umsetzung begonnen. »Nachtschicht« heißt es und beim automatischen Zeichnen entwickeln sich Texte, die ebenfalls zu diesem Kapitel gehören.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Nicht nur in eigener Sache


»Dat fängt in Kopp an« aufgeschlagen.

»Dat fängt in Kopp an«
Plattdeutsche Geschichten von Ingrid Wrede
mit 23 Zeichnungen von Barbara Wrede
290 Seiten, Omnino Verlag, Berlin
ISBN (Buch) 9783958 949710, Euro 16.99€
ISBN (eBook) 9783958940727, Euro 14,99€
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Plattdüütsch:
Woarum is in Davos nix los und bie Opa noch vääl Platz? Wat ät Flexitarier, und wann ward de Radetzkymarsch von Johann Strauß spält? Wer tritt de Amtsnoafolge an, und wie ward Striet schlicht? Gaue Affsichten, Kerkgang und Beerdigung, Gerichtsverhandlungen, Oldenburger Südfrüchte, eine Kauh, de geern ein Reh weier, und ein Hund, de tellen kann – doarum und um noch vääl mehr gaht dat in de mit fienen Humor und upp plattdüütsch vertellten Geschichten von Ingrid Wrede, von de öwer 100 hier tauhoopfoat sünd. Schön moakt sünd de Geschichten mit Teiknungen von mick (bin öhre Dochter).

Ingrid Wrede, born 1942 in Emmen/Neddersassen, schriwt seit Joahrtahnten plattdüütsche Geschichten. Ehrenamtlich bringt sei sick seit öwer 30 Joahr in sozialen, kulturellen und in kommunalpolitischen Beriek in 2015 hat sei dat Bundesverdeinstkrüüz krägen.
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Hochdeutsch:
Warum ist in Davos nichts los und bei Opa noch viel Platz? Was essen Flexitarier, und wann wird der Radetzkymarsch von Johann Strauß gespielt? Wer tritt die Amtsnachfolge an, und wie wird ein Streit geschlichtet? Gute Absichten, Kirchgang und Beerdigung, Gerichtsverhandlungen, Oldenburger Südfrüchte, eine Kuh, die gerne ein Reh wäre, und ein Hund, der zählen kann – darum und um noch viel mehr geht es in den mit feinem Humor und auf Plattdeutsch erzählten Geschichten von Ingrid Wrede, von denen hier im Band über 100 zusammengefasst sind. Geschmückt sind die Geschichten mit Zeichnungen von mir (bin ihre Tochter).

Ingrid Wrede, geboren 1942 in Emmen/Niedersachsen, schreibt seit Jahrzehnten plattdeutsche Geschichten. Ehrenamtlich engagiert sie sich seit über 30 Jahren im sozialen, kulturellen und kommunalpolitischen Bereich. 2015 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Samstag, 23. Dezember 2017

Der Mann vom Reh, ein Wackelzahn und die Afrikafrage




Einer der Kurse, die ich als Dozentin für Jugend im Museum leite und in dem es um die Stadt aus Holz geht, ist für Kinder ab fünf.
Im vergangenen Kurs eröffnete ich so manch eine Stunde mit der Frage, wie der Mann vom Reh bzw. der Ricke heißt.
Die Antwort wußte nur H. und weil er nicht wie die anderen »Hirsch« oder »Kikeriki« rief, bat er mich, meine Frage jeweils zu Kursbeginn so oft zu wiederholen, bis alle die richtige Antwort wussten. Das dauerte etwas.

N., die mittlerweile in der 1. Klasse ist, hat seit über einem Monat einen Wackelzahn, der Erwachsenenzahn darunter ist schon zu sehen, der Kinderzahn steht ab wie ein Horn und lugt unter der Oberlippe hervor.
Dein Zahn ist ja immer noch nicht raus, begrüße ich sie deshalb zum wiederholten Mal.
»Immer wenn ich meine Mutter küsse, dann steche ich sie.«



Später steht N. an der Werkbank H. gegenüber und fragt ihn: »Warst Du eigentlich schon einmal in Afrika?«
H. schüttelt seinen Kopf.
»Dann müsstest Du ja eigentlich meinen Opa kennen, der war auch noch nie in Afrika.«

Mittwoch, 8. November 2017

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