Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Mittwoch, 13. November 2013

Tiere, Rituale und kunstfähiges Material als Zukunftsmusik

Dass ich ein großer Tierfan bin, weiß wohl inzwischen jeder, der ab und an mal das olompia-blog liest. Auch in den Wunschbildern, die auf visionbycall zu finden sind, kommt in fast jedem Werk ein Tier vor. Gerade habe ich für einen anderen Tierfreund solch ein visionbycall gezeichnet. Auf dem Blatt sind Nacktmulle zu sehen, die ihre toten Artgenossen in unterirdische Latrinen schleppen.
Dieser Inhalt stammt aus einem Satz einer wissenschaftlichen Übersetzung, die dem Besteller des Wunschbildes vor einiger Zeit auf den Schreibtisch geflattert ist und steht als Zitat unter der Zeichnung. Ich bekam ihn zur Verbildlichung, auf dem Papier wird er zu einem Ritual.

Weil der Besteller des Bildes das fertige Werk noch nicht gesehen hat und ich ihm die Überraschung nicht nehmen möchte, gibt es hier nur einen kleinen Bildausschnitt.


Gestern Morgen blätterte ich durch das meiner Tageszeitung beiliegende Fernsehprogrammheft, ich liebe es, in Zeitschriften zu blättern, gerade auch durch die, die in Praxen rumliegen – ohne irgendetwas zu lesen, geschweige denn, mir auch nur irgend etwas zu merken, geht ja nur ums Blättern an sich. Bei in kurzer Abfolge auftauchenden fiesen Erkältungen und anderen Wehwehchen scheint mir das die beste Therapie.


Heute erinnerte ich mich allerdings an eine Seite aus dem TV-Heft auf der kunstfähiges Material zu finden war, nein, besser: hier wurde Kunst angeboten, und das will ich auch gar nicht abstreiten. Es handelt sich um ein täuschend echtes Orang-Utan Baby namens »Baby Babu«, wurde von Meisterskulpteur Simon Laurens entworfen. Selbigen kann man aber nicht mit Ron Mueck vergleichen, denn »Baby Babu« ist zu klein bzw. lebensgroß und im Verhältnis ein wenig zu günstig. Das als Information und dann noch, dass das Affenkind aus realTouch®-Vinyl am Daumen nuckeln kann – wie ein echtes Baby. Ich vermute mal, dass »Baby Babu« keine Ansprüche hat oder gar Arbeit macht und Möchtegern-Eltern (auch alleinerziehend) und Senioren sicher viel Freude bereitet, so steht es auch im Angebotstext: »Freuen Sie sich auf ein ausgezeichnetes Meisterwerk und erleben Sie viele fröhliche Stunden mit Baby Babu«.

Man könnte »Baby Babu« z.B. zum Fest in eine Krippe packen. Und das alle Jahre wieder. Oder ihm einen Winkemechanismus einbauen, dann freut sich einer, wenn man nach Hause kommt. Oder wenn man geht.

Ich könnte von Hunden und allerlei sonstigem Getier komplett auf Affenkinder umsatteln, ach, da fällt mir ein: die Idee hatte ich ja schon mal.... Kleine Affen rasieren und sie in Krisengebieten und überall dort, wo Bedarf ist, als Kinder verkaufen. Nachzulesen im Affenbarbier.
Und wenn bei »Baby Babu« gerade das weiche Fell lockt (steht auch in der Werbeanzeige), bräuchte ich die Äffchen nicht einmal mehr zu rasieren.

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