Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Freitag, 8. November 2013

Immer der Reihe nach


Deshalb zuerst einmal die unbedingte Empfehlung eines Buches, das ich auf meiner letzten Reise in zwei Zügen (Hin- und Rückfahrt) gelesen habe. »Stoner« heißt es und John Williams hat es geschrieben (Gestört wurde ich beim Lesen auf der Hinreise nur von dem dummen Geschwätz einer Journaille, die meinte, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und sich für den Nabel der Kulturwelt zu halten schien. Sie saß hinter mir und schwallte einen Typen mit Plattitüden zu – solange, bis der auch noch mitmachte. Dass sie für eine Tageszeitung der Hauptstadt über Kultur, speziell die in Bewegung schreibt, wussten nach wenigen Minuten bereits alle im Abteil.) Zum Glück fesselte mich  »Stoner« so, dass ich das Gequatsche vor mir bald nicht mehr hörte.





Einige Tage später und wieder in Berlin kam eine große Ladung mit Bilderrahmen und der einzige noch leere Raum im Atelier sieht nun aus, wie das alte Atelier kurz vor dem Umzug.

MZS mit »Hände vor«



Nach dem Auspacken fuhr ich in die Lindenstraße zum Kunstgucken. Eröffnungsfreitag. Weil es lange kein Hände vor Bild mehr gab, gibt es hier jetzt eines, es hätten übrigens noch viele mehr sein können.








Einen Tag vor unserem Kunstgucken in der letzten Woche, in der Halloween-Nacht, wurde der Erfolg der crowdfunding Kampagne für das Buch »Wartende Hunde« offiziell, das hatte ich ganz vergessen hier zu schreiben. Bis gestern wurde sehr fein daran geschliffen, nun ist es in der Druckerei und Anfang Dezember im Handel erhältlich. Momentan sitze ich noch mehr am Schreibtisch als sonst und bin viel weniger im Atelier, als ich es mir wünsche.

Gestern rief mich ein Herr von einer großen Wochenzeitschrift an.
Er steht gerade vor meinem Atelier, sagte er.
Aha. Gedanken an Ruhm und Ehre und Kunstaufmacher vernebelten in Lichgeschwindigkeit fast meinen Verstand.
Sie sind nicht da?, fragte er.
Nein.
Ich würde gerne die nordkoreanische Botschaft fotografieren, sagte er und fragte, ob man die aus meinem Atelierfenster sieht.
Aha. Ich verkniff mir das Lachen.

Ganz kurz und last but not least ein Ausstellungstipp:
»Ende Gelände«
Arbeiten von Katrin Günther in der Galerie Wichtendahl.
Sehr schöne Zeichnungen sind dabei und schön und pur präsentiert.
Ende Gelände. Vernissage von Kathrin Günther in der Galerie Wichtendahl am 7.11.13.



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