Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Der Schatten der Gesandten – Methoden zum Durchhalten

Alle Jahre wieder brauche ich etwas für mich handwerkliches Neues, das – scheinbar kunstfern – den Kopf von zuviel Müll im Hirn befreit und für Ablenkung sorgt.

Danach muss man suchen und nicht selten geht die Suche mit einer langen Inkubationszeit einher (wie in der Kunst). Hat man etwas gefunden, das für Abhilfe sorgen könnte, verschlimmern solche Vorhaben das Krankheitsbild erst einmal. Und nerven, weil man ja noch nichts kann. Entweder man macht dann weiter, vertraut sich und blickt nach vorne und auf das, was man sich erhofft (wie in der Kunst) oder man gibt auf (keine Kunst) und sucht sich etwas, das man bereits kann (langweilig).

Seit mehr als fünf Jahren schon liebäugelte ich mit der japanischen Faltkunst, habe allerdings nach unmotivierten und erst gar nicht richtig begonnenen Versuchen immer wieder den Kopf in den Sand gesteckt.



Einige Monate wälzte ich nun suchtartig unzählige Bücher, nahm in einer Kneipe an einem kleinen Kurs teil und begann im Atelier konsequent zu üben, auch um später besser mit den olomapiakids an Papierfaltobjekten werkeln zu können.




Es hat einige Zeit gedauert und viel Geduld erfordert, bis ich origamische Schriftzeichen überhaupt verstanden habe. Beherrscht man die Grundformen, üben, üben, üben, kann man fast alles falten und sich seine Wünsche einfach bauen. Das wird Jahre dauern, aber dieser Gedanke allein ist Motivation und wer weiß, ob sich nicht etwas Kunsttaugliches daraus entwicklen könnte.


Weil Sonne und Licht ja mal wieder ganz schön wären, habe ich mir diesen Wunsch mit Hilfe von Zeitungspapier erfüllt. Die Vorlage für die Stachelsonne habe ich aus einem Buch von G.T. Sovann und das Dingsda anschließend eingefärbt. Der andere Planet in grün und blau (Origamipapier) und ebenfalls aus Modulen gefertigt, ist vom gleichen Autor angeregt.

Am tollsten sind immer Zufälle, die bei solchen Aktivitäten herauskommen oder Fehler, die beim Machen entstehen (wie in der Kunst: Fehler, Verzeichner, Vermaler, Ungeplantes... bringen oft neue Möglichkeiten und davon kann man nie genug haben).

Hier sind es die Schatten, bei denen mir sofort die Gesandten aus dem Jahr 1533 von Hans Holbein d. Jüngeren in den Sinn kam.
Schöne Weihnachten!

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