Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Montag, 28. Juli 2014

Von der Idee durch viele Hände hin zum Produkt

Die Via-Werkstätten in Berlin sind Arbeitswerkstätten für Menschen mit Behinderung. Es gibt verschiedene Abteilungen, in denen unter professioneller Anleitung Produkte für den Verkauf entwickelt werden.

Vor einiger Zeit wurde ich von der Werkstattleiterin der Keramik Petra Abel eingeladen, Zeichnungen für Via-Produkte anzufertigen. Petra wünschte sich Motive aus meiner Serie »Hunde vor dem Ruhm«, die sie aus der in der Berliner Zeitung laufenden Serie »Köterclub« kannte. Ihre Idee war es, einen Hundenapf zu entwickeln und diesen als neues Via Produkt in das bestehende Programm der Keramik aufzunehmen.
Neben den Näpfen, die nun im Angebot sind, gibt es Becher. Bis Müslischalen und Leckerli-Dosen online zu erwerben sein werden, dauert es noch ein klein wenig. 

Im Blumenfisch-Laden in der Schönhauser Allee 175, der Verkaufsort von via ist, kann man die Näpfe und Becher analog kaufen, und so oder so steht dem keramischen Partnerlook von Hund und Herrchen/Frauchen bei den Mahlzeiten nichts mehr im Wege.

Letzte Woche war ich zu Gast in der via-Keramikwerkstatt.

Via Keramikwerkstatt. Impressionen.

Nach Entwicklung/Findung der endgültigen Form wurde eine Gussform (negativ-Form aus Gips) angefertigt.

Michael Poggemann bei der Arbeit.
Das Giessen der Näpfe wird von Michael Poggemann übernommen, dem ich dabei über die Schulter schauen durfte. Ca. 45 Minuten muss die keramische Masse trocknen, bevor sie zum Abtropfen umgedreht und dann aus der Form genommen wird. Danach der Feinschliff.
Anschließend geht das Produkt bei 920 Grad in den Ofen (Schrühbrand).


Die Werkstattleiterin Petra Abel beim Glasieren.
Für den nächsten Schritt, die Glasur, gibt es einen eigenen Raum. 
Die Glasurarbeit wird von der Werkstattleiterin Petra Abel ausgeführt, die die Produkte dafür mit Hilfe einer Spezialzange in die Glasur taucht. Hinterher werden eventuelle Glasurreste vom Boden entfernt, damit beim Glasurbrand auf 1220 Grad nichts am Untergrund festklebt/festbrennt (und das Produkt so nicht beschädigt wird).


Franziska John zeigt an einem Beispiel, wie «Hunde vor dem Ruhm« auf Keramik kommen.

Vor dem letzten Brand, dem Dekorbrand auf 850 Grad, werden die Motive als Klebebild aufgebracht, vorher werden die Gefäße mit Spiritus staub-und fettfrei gemacht.
Franziska John ist für das Aufbringen der Klebebilder verantwortlich, wie das funktioniert, zeigte sie mir beispielhaft an einer Schale.


Die fertigen Näpfe. Drei Motive gibt es. Näpfe in weiss oder blau.


Damit für alle was dabei ist, schließlich noch ein kleiner Blick auf die Becher.
Gussformen für die Becher. Becher nach dem Schrühbrand vor der Glasur. Becher fertig. Aussen. Innen.

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