Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Ablenkung von und mit allerlei Getier

Als ich vorhin aus dem Atelier kam, blinkte der Anrufbeantworter. Alexander Schug, der Verlagsleiter vom Fred und Otto Verlag war drauf. »Wartende Hunde« ist da und sehr schön geworden, sprach er aufs Band. Morgen kann ich reingucken.

Ich platze vor Neugier.

Und dann war auch noch eine eine Damestimme auf Ab, die fragte, ob ich mich an sie erinnere und ob ich noch in der Unterwäschen-Abteilung vom KaDeWe arbeiten würde. Etwas später rief sie mich noch einmal an. Obwohl uns beiden schnell klar war, dass sie nicht mich meinte, unterhielten wir uns eine Weile.

Dienstag war in der »Berliner Zeitung« ein Bericht über die Reitsportmesse »Hippologica« zu lesen. Darin stand, dass blinde Pferde über den Parcours rennen. Ich wunderte mich etwas, aber es gibt ja viele Dinge, die einem seltsam erscheinen, und warum sollen nicht auch blinde Pferde rennen dürfen? Vielleicht haben die einen sehenden Esel zum Geleit. Oder eine Ziege. Vielleicht einen Hund.

Und es gibt Schlimmers, womit ich mich morgens beschäftigen könnte, als damit, wie blinde Pferde über einen Parcours mit Hindernissen kommen könnten (Heute morgen las ich zum Beispiel einige Berichte in einer »Brand eins« von 2009, in denen es um Kunst um Vermarktung ging. Hinterher war mir ganz schlecht und dass nicht nur, weil Frauen in der Kunst ausschließlich im Feld »sozial« erwähnt wurden (und sowieso: ich hatte alles schon einmal gelesen und bis heute morgen erfolgreich verdrängt). Was über Männerkünstler drinnen stand, und wie Mann zu Ruhm und Ehre kommt, ist sicher allseits bekannt. Darüber möchte ich hier nicht schreiben, sonst muss ich brechen).

Gestern gab es in der Berliner Zeitung in der mittlerweile sehr regelmäßigen und schönen Abteilung »Korrektur« eine solche zu dem Bericht über die »Hippologica«: »Es war versehentlich von erblindeten Pferden die Rede. Tatsächlich werden auch Wettbewerbe für Reitsportler mit Behinderungen ausgetragen« war dort zu lesen.

Wenig später besuchte ich endlich, endlich Herrn Schröder in seiner neuen Werkstatt, in die er schon vor einem knappen viertel Jahr gezogen ist und bekam eine exklusiv-Führung durch seine neuen Hallen, durch die er einmal quer eilt, sobald sein Telefon klingelt.
Ich hatte die Ehre, dem Drucker bei so einem Lauf zusehen zu dürfen.







Die Druckery ist sehr schön geworden: groß, toll eingerichtet und mit direkter Gartenanbindung, wer seine fertigen Drucksachen dort abholt, kann sich selbst ein Bild davon machen.

Bilder haben Herr Schröder und ich auch wieder gemacht, zunächst in schwarz-weiß und dann (wie bereits vormals) habe ich unser Werk mit Farbe versehen. Wenn das keine schöne Ablenkung ist.

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