Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Sonntag, 10. März 2013

Weißes Rauschen

An diesem Tag hatten wir vor zuviel Weiß Furcht, wurde doch schon am Freitag Schnee angekündigt, mit zwei Tagen Verspätung ist er nun da.

Später wären wir mit mehr Weiß am Abend sehr zufrieden gewesen.

Wir trafen uns in der Berlinischen Galerie. Während meine Begleitung seine Sachen für den Rundgang ordnete, holte ein spanisches Paar Jacken ab. Entschuldigung, its fallen me under, sagte eine Dame zu dem Paar und zeigte auf die Tasche, die sie auf die Theke gehoben hatte. Das Paar guckte verständnislos, die Dame wiederholte den Satz und das Paar zuckte mit den Schultern. I speak english with you, erklärte sie, das Paar nickte, nahm die Tasche und wir begannen unseren Gang durch die von Karl-Horst Hödicke zur Schau gestellten Werke. Zu Studienzeiten beeindruckten mich ganz besonders seine Bilder von inneren Hinterhöfen mit Blick in den Himmel. So etwas hatte ich bis dahin nie gesehen, nicht im Dorf, aus dem ich komme und auch nicht in Kassel, dem Ort meiner Studienzeit. Berliner Ausblick eben.

Foto: MZS


Die Filme, die auf dem kleinen Bildschirm liefen, gefielen mir.

Meine Tasche ist zum Glück so bemessen, dass ich sie mit in Ausstellungen nehmen darf.





Die Filme, die im großen Saal gezeigt wurden, bereiteten uns auf die im weiteren Verlauf des Abends noch folgende Kunstöde vor (ganz blöde fand ich den Film mit einer auf dem Rücken liegenden Schildkröte, die krampfhaft versuchte, wieder auf ihre Beine zu kommen. Musik dazu war »Spiel mir das Lied vom Tod«, verachtenswert).

Für die Rubrik »Hände vor« bot sich auf unserer nachfolgenden Tour durch die Eröffnungen an der Lindenstraße rein gar nichts an, ach doch, vielleicht die güldene Arbeit, die wie ein Riesen- Kuhfladen an der Wand hing, allerdings traute ich mich nicht so richtig, dieses Werk in die Rubrik einzubeziehen, denn an sich schätze ich die Arbeiten der Künstlerin, die den Fladen schuf, sehr.
Uta, die wir zufällig unterwegs trafen, stichelte: »Ich wußte gar nicht, dass Du ein solcher Schisser bist, Barbara.«

Darauf fiel mir keine gute Antwort ein.

Trotzdem blieb ich bei der Entscheidung, Herrn Schröder vor weißer Wand zu fotografieren. Wie auf den Bildern zu sehen, ging er vor schierer Kunstverzweiflung gar in die Knie.
Zum Trost gab es dann noch ein Foto mit Arm.
Am letzten April-Wochenende ist großes Gallery-Weekend.
Dann bin ich übrigens schon in den neuen Schaffensraum gezogen. Hurra.

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