Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Mittwoch, 1. August 2012

Hundstage

Blick ins wredesche Atelier.
Das Thema Hund hat mich in diesem Jahr mehr als sonst beschäftigt. Ausschlaggebend dafür war eine neue Bild-Text-Serie, die ich in den ersten Monaten diesen Jahres für eine Zeitung entwickelte. Ausgehend von meiner seit 1994 wachsenden Fotoserie „Wartende Hunde“ sind dann noch mehr Zeichnungsfolgen und auch Ölbilder entstanden. Obwohl ich nicht mehr malen wollte, aber das steht auf einem anderen Blatt und is jetzt sowieso und für alle Zeiten erledigt.
Eine (natürlich vielteilige) Folge der Serie „Wartende Hunde – ein Versuch über die Treue“ startet Ende des Monats in der Zeitung, für die ich seit vielen Jahren schreibe und zeichne.
Im Oktober zeigt die Galerie R31 einen Einblick in die verschiedenen Folgen der Serie, zur Eröffnung am 5.10.12 gibts eine Lesung von mir, in der sich fast alles um den Hund dreht.
Soviel dazu. Bald mehr.
Am Wochenende war ich mit A. wandern. Auf dem Rückweg zu Besuch bei U. und M.. Wir hatten eine Hündin dabei. U. und M. haben auch eine, die beiden Tiere sahen sich vor einiger Zeit mal kurz, der Rest kennt sich schon länger. Die Hündinnen mochten sich damals nicht. Die eine hat die andere in eine Stelle gebissen, die hier nicht beschrieben wird und die genäht werden musste. Die menschlichen Zeugen des Vorfalls gingen davon aus, dass der damals gegenwärtige Rüde P. die beiden durch sein göbbelshaftes Verhalten angestachelt hatte. P. war diesmal nicht da. Wir saßen am Tisch mit Kaffee, Kuchen, Sekt und M. erzählte von einem Hahn, der nicht gut zu den Hühnern gewesen war. Alle waren tot. Dann sprachen wir über das Merkbuch von Herrn R. und über die Notizbücherkulturen der verschiedenen Familien. Und das Rumgekrakel, das die Kinder in den Kladden der Eltern hinterliessen. M. malte z.B. grandiose Strichmännchenszenen in das Notizbuch seines Vaters, ich habe als Knirpsin auf die letzte Seite des Poesiealbums meiner Mutter geschrieben: Unter Rosen und Narzissen hat der Robert hingeschissen. Robert war unser damaliger Hund.
Die Hündinnen lagen sich unter dem Tisch gegenüber. Ein Krümel fiel vom Tisch.
Die beiden gingen laut keifend und zähnefletschend aufeinander los. Dass mein Bein dazwischen war, rafften die nicht. A. und U. brüllten. Ich wunderte mich. Brüllte auch. U. und A. zogen die Tiere an den Halsbändern weg. Seltsam. Blut floss nicht. Kleine blaue Flecken am Unterbein. Morgen kommt der Leihhund wieder.

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