Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Sonntag, 15. April 2012

Ein Versuch über die Treue

Seit 1994 fotografiere ich wartende Hunde. Zu Beginn des Jahres begann ich, die Fotos zeichnerisch umzusetzen und wenn alles so läuft, wie geplant, dann gibt es die Zeichnungen bald als fortlaufende Serie in einer Zeitung. Vor einigen Wochen habe ich mein Malzeugs, das mehr als 10 Jahre unbenutzt in der hintersten Atelierecke in einem dazu noch schwer zugänglichen Regal vor sich hin vegetierte, wieder zum Einsatz gebracht. Schon länger hatte ich daran gedacht, wie es wohl wäre, nach diesen vielen Jahren, wieder zu Pinsel und Palette zu greifen. Respekt hatte ich auch. Fange ja nicht bei Null an. Und auch nicht da, wo ich 2002 aufgehört habe, denn es liegen ja 10 Jahre Zeichnerei dazwischen. Ich glaube, den letztendlichen Anstoss hatte mir ein Atelierbesuch von der Künstlerin Andrea Müller-Osten gegeben, die nicht nur zwei Ölskizzen kaufte, sondern auch so begeistert von der Malerei sprach, dass sie mich damit (re-)infizierte.

Und weil dieses Jahr mit Hunden begann, warum sollte ich es nicht auch mit Hunden fortsetzen?!
Die Serie „Wartende Hunde“ ist Hachiko, dem japanischen Akita gewidmet, der 10 Jahre am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen gewartet hat.
Und meine Serie ist zugleich ein Versuch über die Treue.

Das größte bereits entstandene Ölgemälde zeigt übrigens Kurt aus der Nachbarschaft. Er lebt tagsüber Parterre in einem Eckhaus mit großen Schaufensterscheiben. Morgens, wenn ich zum Laufen gehe, folgt er (drinnen) mir (draußen) einmal um die Ecke rum. Dann setzt er sich hin und guckt mir nach.

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