Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Dienstag, 10. April 2012

Am Rande der Vernunft –...

... Bilderzyklen der Aufklärungszeit heißt die Ausstellung mit druckgrafischen Serien von Künstlern des 18. Jahrhunderts, die noch bis zum 29.7.2012 im Kupferstichkabinett gezeigt wird.
Dabei sind u.a. Blätter von Goya (Caprichos), Tiepolo, Piranesi, Canaletto und Crespi.
Letzterens Ausstellungsbeitrag sind „Geschichten von Bertoldo, Bertoldino und Cacasenno“, höchst modern, noch besser: zeitlos gezeichnet und gedichtet. Sein Thema ist die menschliche Natur, das gefällt mir natürlich.
Sieb wird zum Kopf und Torte zur Trommel

Da wird ein Sieb zum Kopf (s.Abbildungsskizze), oder
Bertoldino schneidet die Ohren des Esels des Gärtners ab oder aber wirft, genervt vom Gequake der Frösche, eine Geldbörse in den Froschteich oder brütet anstelle einer Glucke Eier aus oder umgürtelt sich mit betrunkenen Gänsen oder bindet Entenküken an einer Schnur zusammen, die ein schwarzer Milan dann fortträgt.
Als gelernte Tischlerin weiß ich immer noch genau, wie Leim riecht, aber habe nie gewußt, wie er schmeckt und will das auch nicht wissen, aber Cacasenno weiß das jetzt wohl, denn im Kupferstichkabinett ist zu sehen und zu lesen, wie er einen Topf voll Tischlerleim isst.
Der schöne Titel: „Magier vor einem Brandopfer mit Schlange“ gehört allerdings zu einer Grafik von Tiepolo.

caprichio=Laune
Invention=Erfindung




Unbedingt auch in die Kunstbibliothek gehen.

Bis zum 28.5.2012 werden dort Arbeiten auf Papier von Dodo gezeigt. „Ein Leben in Bildern“ heißt diese Ausstellung.
Dodo war freie Modeillustratorin und illustrierte für das Berliner Unterhaltungsblatt ULK. Rund 120 freie und angewandte Arbeiten sind zu sehen. Zwischen Art Déco und Neuer Sachlickeit. Absolut sicherer Strich.


Und dann noch: Gerhard Richter.
Wer keine Lust hat, sich in die Schlange an der Nationalgalerie zu stellen, findet auch in der Sammlung Olbricht Gelegenheit, dem richterschen Werk näher zu kommen. Empfehlen möchte ich hier den in der Ausstellung gezeigten Film: „Meine Bilder sind klüger als ich“ von Viktoria von Flemming, Produktion vom NDR 1992.
„Nichts ist blöder als die Landschaft“ und „Musik erinnert an irgend etwas, an nichts Konkretes. So soll ein Bild sein“. Sagt Richter.
Die Ausstellung „Das Prinzip des Seriellen“, ebenfalls mit Arbeiten von Gerhard Richter, läuft noch bis zum 14.4.2012 in der Galerie Springer und Winckler.

Keine Kommentare:

Blog-Archiv