Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Sonntag, 14. November 2010

Familiengeschichten

Gestern war ich mit C. einkaufen, zuerst Material für mich und danach noch anderes fürs Allgemeinwohl. Im ersten, fast kundenleeren Laden hopste ein Mitarbeiter wie ein Kobold zwischen den Regalen herum. Manchmal rupfte er Sachen heraus, schmiss sie auf den Boden und stampfte darauf herum. An irgendjemanden erinnerte er mich. Ich kam nicht darauf, wer es sein könnte, ob es etwas mit dem Aussehen zu tun hatte? Oder ob es eher eine innere Verwandschaft war? Oder das Verhalten? Von allem etwas? Wenig später in einem Geschäft für Ess-und andere Sachen zog ich ein Spielzeug aus einem Neuheitenkorb. Ein Riesenhamster. Man konnte ihn besprechen und er wiederholte das, was ihm gesagt wurde. Zum Besprechen musste man warten, bis an seinem Pfötchen ein rotes Lämpchen, das unter seinem Fell war, leuchtete. Vorsichtig, leise und mit tief verstellter Stimme sagte ich irgendwas. Der Hamster wiederholte irgendwas. Dann hielt ich C. das Tier unter die Nase, erklärte ihm kurz, was zu tun war und drückte das Hamsterpfötchen, es leuchtete. Zur Aufnahme bereit. C. zischte: Geh weg, geh weg, Arschloch. Ich lachte hysterisch. Der Hamster wiederholte: Geh weg, geh weg, Arschloch und dann noch mein Gelächter. C.s transformierte Hamsterstimme hatte große Ähnlichkeit mit der von Stewie Griffith aus Family Guy, einer meiner Lieblingsserien, wenn Stewie, ein Kleinkind mit einem Kopf in Zitronenform, wieder einmal besonders fies war. Und das war Stewie eigentlich immer, besonders fies – und sehr komisch. Und nun fiel mir ein, an wen der Mitarbeiter des ersten Ladens, in dem wir gewesen waren, mich erinnerte: Natürlich, Stewie! Ich stützte mich auf den Rand eines Verkäufsständers für Sonderangebote, fiel fast um, japste nur. Wäre M. mir in dieser Situation begegnet, hätte sie alles fallen gelassen und geschrien, ich glaub, ich geh ins Krankenhaus, aber sie war nicht da. Abends nach dem Essen guckten C. und ich einige Episoden aus meiner Family Guy Sammlung, die er mir vor einigen Jahren zum Geburtstag schenkte. Noch in hoffentlich vielen Jahren werden wir uns an diese schöne Serie erinnern, uns mit Gehhilfen anstupsen und sagen: Weißt du noch... wie die Nachbarn sich über Peter beschwerten und ein Schild mit STAN hochhielten und sagten: der betet einen an, der STAN heißt, auweia, wir haben ein A vergessen, oder der tolle Nabelschnurtanz auf dem Mülltonnenrand? Hahaha. Oder wie Peter mit seiner Tochter Megan im Auto sitzt und ihr zu erklären versucht, was sie von einem Mann an ihrer Seite zu erwarten hat, oder... die gelockte irische Zwillingsausgabe von Brian beim Volkstanz, die Familie beim Trinken und und und...  Noch mehr? Unbedingt! Hier die Sendezeiten und mehr auf comedy central.

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