Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Samstag, 26. November 2016

Blende: Zeit vor H. P.

1987, lange bevor J.K.R. Harry P. erfand (und damit u.a. auch einen Eulenhype auslöste), schrieb der Forscher Bernd Heinrich ein Buch über sich und sein Leben mit Bubo, einem Virginia Uhu.
Die deutsche Übersetzung erschien 1993. Damals jobbte ich halbtags in einer Kasseler Buchhandlung, um mein Studium zu finanzieren.
Zusatznutzen war für mich, immer am «Puls der Zeit« zu sein, und ich verschenkte die Neuerscheinung vor fast genau 23 Jahren an meine Mutter. Das Buch, das ich vor einem Monat endlich gelesen habe, ist viel mehr als eine zoologische Studie, es ist eine sehr außergewöhnliche und persönliche Chronik über die Beziehung von Forscher und Eule, die während der drei Jahre, die die beiden im Camp Kaflunk in den Wäldern von Maine verbrachten, entstand. Die Schilderungen sind komplett kitschfrei, und es geht nicht darum, ein Wildtier zu zähmen oder es sich zum Untertan zu machen.


Die deutsche Erstausgabe »Ein Forscher und seine Eule« ist als Hardcover im List Verlag erschienen, antiquarisch zum Spottpreis erhältlich und sei all denen ans Herz gelegt, die sich für Tiere und Menschen interessieren. Das tagebuchartig notierte Zusammenleben mit der Eule hat der Autor mit schönen Zeichnungen von Bubo und mit Fotos bereichert.
Eulenmanufaktur in der Holzwerkstatt von JIM. Dank Bernd Heinrich und Bubo mit noch mehr Input.
Neben dem großartigen »butchers crossing« von John Williams, das ich in diesem Jahr zum zweiten Mal las und noch begeisterter war, als beim erstmaligen Lesen vor einem Jahr, ist das Buch von Bernd Heinrich das aus 2017 herausragende für mich. Bislang jedenfalls. Zu Weihnachten schenke ich mir »Augustus« und vielleicht auch noch »Alexander von Humbold und die Erfindung der Natur«, mal sehen, ob sich an der Thronfolge etwas ändern wird.

Dies sind weder Augen einer plattgesichtigen Eule noch ist es eine seltene Brustwarzenkrankheit. Riesenwiesengewächse.

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