Die Künstlerin Barbara Wrede, Berlin, veröffentlicht in ihrem Blog Szenen aus dem Alltag, Notizen zu Kunst und zu Ausstellungen und gibt einen Einblick in ihr Atelier und darin entstehende Arbeitsserien. Oder in andere Geschehnisse. Manchmal in Worten, manchmal als Skizze, Cartoon, Zeichnung oder Foto oder Vignette. Je nachdem. Um die Abbildungen genauer zu betrachten bzw. zu vergrößern, reicht ein Klick mit der Maus in die Bilder. Für den Inhalt externer links ist Barbara Wrede nicht verantwortlich. Alle Fotos (wenn nicht anders angegeben) ©Barbara Wrede und VG Bildkunst, Bonn.

Samstag, 19. November 2011

Routenplaner: West und Ost

Folkwang Museum Essen.
Communitas heißt die Aussstellung mit Arbeiten des holländischen Künstlers Aernot Mik, die noch bis zum 29.1.2012 im Folkwang Museum zu sehen ist. Gezeigt wird ein Überblick der Arbeiten aus den letzten 10 Jahren mit besonderem Fokus auf die Film-und Videoarbeiten des Künstlers.
Seit 1953 vergibt der Kulturkreis des BDI Förderpreise in den Bereichen Architektur, Literatur, Musik und Bildende Kunst. Unter dem Titel „ars viva“ werden die Preisträger der Bildenden Kunst präsentiert. Die diesjährigen sind Philiipp Goldhagen, Juergen Staack und Erik Bünger. Die Künstler haben Arbeiten rund um das Thema Sprache geschaffen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, die Ausstellung wird nach dieser Präsentatition im Folkwang Museum von März bis Mai 2012 in Riga (Riga Art Space) und danach im Museum für Moderne Kunst in Bremen gezeigt.



„Arbeit nervt“ im Künstlerhaus Dortmund.

Künstlerhaus Dortmund.
Arbeit nervt, Ausstellung bis zum 4.12.2011 mit zum Titel passenden Katalog:  Bilder der Werke zum Selbsteinkleben. Das nervt richtig und wird auch manchmal schief und wenn man beim Einkleben quatscht, passieren schon mal Werkvertauschungen. Also: ganz, ganz runde Sache, die da in Dortmund gezeigt wird, obwohl es nicht um Fußball geht.





Dortmunder U.
re-rite im  Museum Ostwall

 Museum Ostwall: „re-rite. Du bist das Orchester“ .
Audiovisuelle Multimedia-Installation, konzipiert vom Dirigenten Esa Pekka Salonen in Zusammenarbeit mit dem Philharmonia Orchestra London.
Aufgeführt wird le sacre du printemps von Igor Stravinsky. Die Ausstellung, in der man nicht nur zuhören sondern auch mitmachen kann, läuft leider leider nur noch bis zum 20.11.11,  der Eintritt ist frei.



Die „the oil show“ im Hartware Medienkunstverein ist noch bis 19.2.2012 zu sehen.


Kunsthalle Erfurt
Nude visions, 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie, Ausstellung bis zum 27.11.11. Meine Favoriten hier waren z. B. eine ca DIN A 4 große/kleine Fotoarbeit von Esaki Reji von 1894, betitelt mit „Sammlung nackter Babies unter einem Jahr, Tokio 1894“ und Hermann Stamms Hommage an Helmut Newton auf der ein nackter im Vierfüsslerstand verharrender Mann zu sehen ist, der einen Sattel auf dem Rücken trägt.

Fahne mit Bügeleisen
Außerdem wird in der Kunsthalle junge Kunst aus Korea unter dem Titel Sparkling silence gezeigt. Dazu gehören die Arbeiten von Kim Smin. Auf dem Foto „my breath is free and easy“ sieht man eine Frau in Yogahaltung, die im Pflug füssisch einen Kühlschrank anhebt. Auf einer anderen Arbeit steckt der Kopf in einer Mikrowelle, der dazugehörige Körper vollführt eine nicht gestreckte Kerze („my face is soft and smiling“). Weil ich nächstes Bild mit dem Titel „my body is heavy and warm“ nicht so gut beschreiben kann (in meiner aktiven Voltigierzeit hiess das Kunststück „Fahne“),  schnell nebenstehende Skizze.

Museum der Bildenden Künste Leipzig
Ausstellung: Max Beckmann, von Angesicht zu Angesicht.
Meine Lieblingsbilder von Beckmann waren dort, es sind Gemälde, die er bis ca 1910 schuf, was nicht bedeutet, dass ich das Spätwerk nicht schätze, aber eben nicht aus Gründen der Malerei, sondern wegen der Bildaufteilung bzw der Bespielung des Formats. Max Beckmann (und Chaim Soutine) waren in den ersten Semestern meiner Studienzeit lange meine Favoriten. Die Zeiten ändern sich, Soutines Werk hat für mich immer noch Bestand, Beckmanns Frühwerk auch. Ganz so streng wie mein damaliger Prof. Herr B., der meinte, es sei gut, dass Beckmann nicht so alt wurde, gar nicht auszudenken, welch großes Übel es mit der Beckmannschen Malerei sonst noch genommen hätte, dazu Schmatzgeräusche machte und mit seinem Schlüsselbund klimperte, bin ich nicht. Langes Geschreibsel kurzer Sinn: Plötzlich stand ich vor meinem Lieblingsbild von Augusta Gräfin von Hagen aus dem Jahr 1908, dann vor Frau Pagel (1907) und dem Doppelbildnis Beckmann und Minna Tube von 1909.  Ein älterer Herr stand ebenfalls davor, an der Hand ein ca zweijähriges Kind, der Herr sagte, guck mal, wie traurig die beiden sind. Da war ich schon den Tränen nahe. Die Gesellschaftsbilder aus diesen Jahren sind großartig. Im „Dialog“ dazu werden in Leipzig einige Arbeiten von Marlene Dumas und Alex Katz präsentiert.Viele von Marlene Dumas Werken sind auf meiner „gefällt mir“ Liste , ob aber die Kombination ein „artgerechter“ Dialog ist, hmh, wirkt doch sehr an den Haaren herbeigezogen, ich fands ärgerlich durch diesen „Dialog“ zu gehen, wenige Arbeiten hingen dort und sicher nicht die besten der beiden Künstler.
Tipp für alle, die das spätere Werk Beckmanns interessiert:  Im Kunstmuseum Basel und im Städel Museum Frankfurt/Main werden ebenfalls große Beckmann Ausstellungen gezeigt, in Basel sind es die Landschaften und in Frankfurt dreht sich alles um das Spätwerk.

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